Hilfe für Geflüchtete

Vertreter*innen mehrerer Down-Syndrom-Vereine und Selbsthilfegruppen haben sich am 06.03.2022 in einer Videokonferenz zum „DS Bündnis Ukraine“ zusammengeschlossen.

Auch BM 3X21 hat in den letzten Tagen überlegt, wie Geflüchteten mit Behinderung und ihren Familien geholfen werden kann. Hier eine erste Ideen-Sammlung:

Was können Sie als Bürger*in tun, um Geflüchtete mit Behinderung zu unterstützen?
  • Bitte weisen Sie bei Wohnraumangeboten auf den Plattformen der Kommunen etc. darauf hin, falls der von Ihnen angebotene Wohnraum rollstuhl- oder rollatorgerecht ist. Es werden Menschen ankommen, die auf solchen Wohnraum angewiesen sind.
  • Falls Sie speziell für Menschen mit Down-Syndrom Geld spenden möchten, können Sie dies über die Deutsche Stiftung für Menschen mit Downsyndrom tun. Ein spezieller Spenden-Button wird in Kürze eingerichtet. Die Stiftung möchte davon u.a. Hilfsmittel finanzieren, die wegen des eingeschränkten Krankenversicherungsschutzes von der GKV abgelehnt werden. https://www.downsyndrom-stiftung.de/ihre-spenden/index.php
  • Für Behördengänge, Anträge und Arztbesuche werden Übersetzer*innen gesucht. Lassen Sie sich bei den Kommunen, den Lebenshilfen vor Ort und den EUTB-Stellen (EUTB = Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung) vor Ort registrieren, falls Sie ukrainisch oder eine verwandte slawische Sprache beherrschen.
  • Weitere Anregungen finden Sie auf der Internetseite der Bundesvereinigung Lebenshilfe: https://www.lebenshilfe.de/informieren/familie/krieg-in-der-ukraine
Was können Sie als Ärzt*in/ Traumatherapeut*in/ Therapeut*in tun?
  • Flüchtlinge aus der Ukraine sollen in der EU für bis zu drei Jahre einen Schutzstatus erhalten – sowie Zugang zur Krankenversicherung und zum Arbeitsmarkt.
  • Über die „normale“ Akutversorgung hinaus werden kurzfristig rezeptpflichtige Medikamente, Pflegemittel (z.B. zur Inkontinenzversorgung) und Hilfsmittel (z.B. Windeln, Brillen, Hörgeräte) für die Bewältigung des Alltags benötigt werden.
  • Für die Beantragung weiterer Leistungen (Schwerbehindertenausweis, Pflegesachleistungen) werden Arztbriefe von Hausärzt*innen, Kinderärzt*innen, Fachärzt*innen benötigt werden.
  • Auch bei Menschen mit geistiger Behinderung, Autismus-Spektrum-Störung und anderen Besonderheiten kann eine Traumatherapie erforderlich werden. Bitte lassen Sie sich bei den Kommunen registrieren, falls Sie auf diesem Gebiet Erfahrung haben.
  • Auch Therapieangebote werden benötigt werden, z.B. Physio-, Ergotherapie, Logopädie.
  • Lassen Sich bei den Kommunen, den Lebenshilfen vor Ort und den EUTB-Stellen (EUTB = Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung) vor Ort registrieren, falls Sie Ukrainisch oder eine verwandte slawische Sprache beherrschen.
  • Halten Sie Kontaktadressen und (übersetzte) Informationsmaterialien auch in Leichter Sprache bereit, z.B. Informationsmaterial der örtlichen Lebenshilfe, von Selbsthilfegruppen, etc..
Was können Hilfsorganisationen/ Stiftungen tun?
  • In der Ukraine, für die Flucht und in den ersten Tagen nach der Ankunft in Deutschland werden (rezeptpflichtige) Medikamente, Pflegemittel (z.B. zur Inkontinenzversorgung), Hilfsmittel (z.B. Windeln) und auch geeignete Tranportmittel (z.B. Fahrzeuge für Rollstuhltransporte, Rollstühle) benötigt.
  • Halten Sie Kontaktadressen und (übersetzte) Informationsmaterialien auch in Leichter Sprache bereit, z.B. Informationsmaterial der örtlichen Lebenshilfe, von Selbsthilfegruppen, EUTB-Stellen (EUTB = Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung), etc..
  • Mehr Informationen finden Sie auf der Internetseite der Bundesvereinigung Lebenshilfe:
    https://www.lebenshilfe.de/informieren/familie/krieg-in-der-ukraine
Was können Kommunen tun?
  • Es werden Menschen ankommen, die auf barrierefreien Wohnraum angewiesen sind. Bitte fragen Sie ab, ob der Ihnen angebotene Wohnraum rollstuhl- oder rollatorgerecht ist.
  • Gruppen aus evakuierten Heimen / Wohngruppen sind mit ihren Betreuer*innen auf der Flucht. Bitte erkundigen Sie sich bei den Einrichtungen in Ihrer Kommune, ob es freie Kapazitäten gibt und melden Sie diese ggf. bei der Bundesvereinigung Lebenshilfe.
  • Halten Sie Kontaktadressen und (übersetzte) Informationsmaterialien auch in Leichter Sprache bereit, z.B. Informationsmaterial der örtlichen Lebenshilfe, von Selbsthilfegruppen, EUTB-Stellen (EUTB = Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung), etc..
  • In folgendem Leitfaden finden Sie viele Tipps für die Beratungspraxis: https://www.asyl.net/view/leitfaden-zur-beratung-von-menschen-mit-einer-behinderung-im-kontext-von-migration-und-flucht
Wie bekomme ich als Geflüchteter mit Behinderung zusätzliche Unterstützung?
  • Wenn Sie oder ein Familienmitglied eine Behinderung haben, benötigen Sie möglicherweise eine spezielle Unterkunft (rollstuhlgerechte Wohnung, betreute Wohngruppe) sowie zusätzliche Unterstützung bei:
    • Arztbesuchen
    • Bestellung von Pflegemitteln (z.B. Mundschutz, Handschuhe, Desinfektionsmittel, Bettschutz, …) und Hilfsmitteln (z.B. Windeln) in Apotheken.
    • Bestellung von zurückgelassenen, verlorengegangenen oder beschädigten Hilfsmitteln, z.B. Brillen (beim Optiker), Hörgeräte (beim Hörgeräteakustiker), Gehhilfen (im Sanitätshaus), …
    • Anträgen, die im Zusammenhang mit Ihrer Behinderung stehen, z.B. bei Behörden, Krankenkassen, Pflegekassen, …
    • der Suche nach einem geeigneten Kindergarten oder einer passenden Schule.
    • der Suche nach einer geeigneten Arbeit, z.B. auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt oder in einer Werkstatt für behinderte Menschen.
  • Bitte teilen Sie Ihrer Behörde mit, wenn Sie besondere Unterstützung benötigen. Die Behörden können Ihnen auch Kontaktadressen von Vereinen und Selbsthilfegruppen in Ihrer Nähe nennen, die Sie ebenfalls unterstützen können.
  • Falls Sie im Rhein-Erft-Kreis bleiben und Kontakt zu anderen Familien möchten, in denen Familienmitglieder mit Down-Syndrom leben, können sich gerne per Mail oder WhatsApp (Click-to-Chat) an BM 3X21 wenden. Wir sprechen u.a. Arabisch, Aramäisch, Armenisch, Englisch, Französisch, Italienisch, Kurdisch, Niederländisch, Russisch, Türkisch. Leider (noch) kein ukrainisch. Aber auch dafür werden wir eine Lösung finden.
Ти біженець і у тебе чи твого близького є інвалідність? (Ukrainian)
  • Якщо ви або член вашої сім’ї маєте інвалідність, вам може знадобитися спеціальне житло (житло, доступне для інвалідних візків, група, де може жити людина з інвалідністю під час догляду), а також додаткова підтримка у вигляді:
    • відвідування лікаря
    • Замовлення засобів для догляду (наприклад, масок для обличчя, рукавичок, засобів для дезінфікування тощо) та допоміжних засобів (наприклад, підгузків) в аптеках.
    • Замовлення залишених, втрачених або пошкоджених допоміжних засобів, наприклад окуляри (у лора), слухових апаратів (у спеціаліста зі слухових апаратів), засобів для ходьби (у магазині медичних товарів), …
    • Заяви, пов’язані з вашою інвалідністю, наприклад, з органами влади, медичними страховими компаніями, компаніями зі страхування на випадок тривалого догляду, …
    • Пошук відповідного дитячого садка або школи.
    • Пошук необхідної роботи, наприклад, на ринку праці або в майстерні для інвалідів.
  • Якщо вам потрібна особлива допомога, повідомте про це владу. Влада також може дати вам контактні адреси груп самодопомоги у вашому районі, які можуть вас теж підтримати.
  • Якщо ви проживаєте в районі Рейн-Ерфт і хотіли б підтримувати зв’язок з іншими сім’ями, в яких проживають члени сім’ї із синдромом Дауна, ви можете зв’язатися з BM 3X21 електронною поштою або WhatsApp. Ми говоримо арабською, арамейською, вірменською, англійською, французькою, італійською, курдською, голландською, російською, турецькою та іншими мовами. На жаль немає української (поки що). Але ми знайдемо для цього рішення також.
Ты беженец и у тебя или твоего близкого есть инвалидность? (Russian)
  • Если вы или член вашей семьи имеете инвалидность, вам может потребоваться специальное жилье (жилье, доступное для инвалидных колясок, группа, где может жить человек с инвалидностью при присмотре), а также дополнительная поддержка в виде:
    • посещения врача
    • Заказ средств по уходу (например, масок для лица, перчаток, дезинфицирующих средств, средств защиты кроватей и т. д.) и вспомогательных средств (например, подгузников) в аптеках.
    • Заказ оставленных, утерянных или поврежденных вспомогательных средств, например, очки (у оптика), слуховых аппаратов (у специалиста по слуховым аппаратам), приспособлений для ходьбы (в магазине медицинских товаров), …
    • Заявления, связанные с вашей инвалидностью, например, с органами власти, медицинскими страховыми компаниями, компаниями по страхованию на случай длительного ухода, …
    • поиск подходящего детского сада или школы.
    • поиск подходящей работы, например, на рынке труда или в мастерской для инвалидов.
  • Если вам нужна особая помощь, сообщите об этом властям. Власти также могут дать вам контактные адреса групп самопомощи в вашем районе, которые могут вас тоже поддержать.
  • Если вы проживаете в районе Рейн-Эрфт и хотели бы поддерживать связь с другими семьями, в которых проживают члены семьи с синдромом Дауна, вы можете связаться с BM 3X21 по электронной почте или WhatsApp. Мы говорим на арабском, арамейском, армянском, английском, французском, итальянском, курдском, голландском, русском, турецком и других языках. К сожалению нет украинского (пока). Но мы найдем решение и для этого.
How do I get additional support as a refugee with disabilities? (English)
  • If you or a family member have a disability, you may need special accommodation (wheelchair accessible housing, group home) and additional assistance with:
    • doctor visits.
    • ordering care supplies (e.g. face masks, gloves, disinfectants, bed protection, …) and medical aids (e.g. diapers) from pharmacies.
    • ordering left behind, lost or damaged medical aids, e.g. glasses (at the optician’s), hearing aids (at the hearing aid acoustician), walking aids (at the medical supply store), …
    • applications related to your disability, e.g. with authorities, health insurance companies, long-term care insurance companies, …
    • the search for a suitable kindergarten or school.
    • the search for suitable work, e.g. on the general labor market or in a workshop for disabled people.
  • Please let your authority know if you need special assistance. The authorities can also give you the contact addresses of associations and self-help groups in your area that can also support you.
  • If you stay in the Rhein-Erft district and would like to contact other families in which family members with Down syndrome live, please feel free to contact BM 3X21 by mail or WhatsApp (click-to-chat).
  • We speak Arabic, Aramaic, Armenian, English, French, Italian, Kurdish, Dutch, Russian, Turkish, among others. Unfortunately not (yet) Ukrainian. But we will find a solution for that too.

Wir würden uns sehr freuen, wenn die besonderen Bedarfe von Menschen mit Behinderung und ihren Familien in der Hektik der nächsten Tage Berücksichtigung finden. Lassen Sie uns ein Zeichen setzen, dass im Rhein-Erft-Kreis alle Menschen Willkommen sind!